Die Flitterwoche ~ Juli 2013

Flitterwochen.... laut Wikipedia abgeleitet vom althochdeutschen filtarazan ("liebkosen") oder vielleicht auch vom mittelhochdeutschen vlittern ("kichern, flüstern, kosen"). Aber egal, denn ganz im Sinne des neu(hoch)deutschen Honeymoon waren wir im Honigmond Juli nach unserer Feier noch eine Woche an den verschiedensten Seen südlich des Alpenhauptkamms von welchen wir Euch gern berichten. 

Honeymoon.... according to Wikipedia the expression comes from "the idea that the first month of marriage is the sweetest"... Although we were not able to take a full month off after our wedding, we did enjoy a fabolous week at various lakes in Northern Italy after a beautiful wedding in Lugano. 

Nachdem wir am Sonntag noch einige unserer Gäste verabschieden konnten, sind wir am späten Nachmittag dann Richtung Lago di Como, genauer gesagt, nach Dongo auf den Campingplatz La Breva. Hier waren auch schon Dominik's Schwester mit Familie angelangt, und wir haben zwei nette Tage dort verbracht, als wir uns erst mal inklusive Alois und Brauttischdeko installiert hatten:

After we had wished farewell to our guests after breakfast on Sunday morning we drove to Lago di Como, more precisely to the camping site La Breva in Dongo. Dominik's sister with family was staying there and we spent two relaxing days there, including VW camper Alois and the flower arrangement of our wedding table, which obviously brought us some stares from fellow campers:

Und das hat uns natürlich noch einiges an staunenden Blicken aber auch Gratulationen beschert. 

Weil aber einfach nur ausruhen nach einer stressigen Vorhochzeitswoche und Feier ja langweilig wäre (wer den Bräutigam kennt, den wundert das nicht), mussten wir ja wenigstens einmal mit den Rennrädern die Gegend erkunden. Am See entlang zu fahren erschien uns nicht als besonders attraktiv, zumal Verkehr und Tunnel das ganze eher als Tortur erscheinen liessen. Dementsprechend wurde ein Bergtraining eingelegt: von Dongo etwas nördlich und hoch nach Livo.... die Ausblicke warens wert:

Those who know the groom will certainly understand that only relaxing after a stressful pre-wedding week and celebration would be boring, which is why we had to take the bikes and explore the surrounding. Cycling along the lake was due to heavy traffic and dark tunnels not an options so we did some hill training. Enjoy the views we had:

Lago di Como Und es war warm.... Und wieder runter...

Gottseidank sieht man auf dem Bild nicht, wie langsam ich eigentlich bin....die Kurvenlage war trotzdem fotogen! Thank god you can't tell from the picture how slow I was actually going downhill.... nevertheless fotogenic I'd say!

Tuesday morning we continued via car ferry from Menaggio to Varenna on the other side of the lake and overnighted at the Camping Continental. Same problem here, cycling on the road not recommendable and the closest climb site was due to the lay of land to the west way too hot. We decided to go up to Intrebbio which lies a bit higher and therefore at least a bit cooler. At the site there climbers can choose between 90 routes from 3c to 7c+. We played around at the sector Muro die Introbio.

Am Dienstag morgen gings dann weiter via Autofähre von Menaggio nach Varenna und weiter zum etwas südlich gelegenen Campingplatz "Camping Continental". Auch hier war das Radfahren nicht wirklich attraktiv, und die nächstgelegene Klettermöglichkeit bei Varenna aufgrund der Westlage wahrscheinlich zu dieser Jahreszeit eher eine Herdplatte als angenehmes Kraxeln. Nach einer Lagebesprechung haben wir uns dann auf den Weg nach Introbio gemacht, das etwas höher und somit kühler liegt. Dort gibt es ein sehr grosses Gebiet mit fast 90 Routen, die von 3c bis 7c+ reichen und somit eigentlich doch jedem Kletterer was bieten. Wir haben uns im Sektor Muro di Introbio vergnügt:

Dominik klettert Caiman Melanie in top-rope  

Trotz der Anzahl Routen und den wenigen Kletterern zu der Jahreszeit haben wir uns doch entschieden, den Comer See zu verlassen und Richtung Bergamo und Lago d'Iseo zu fahren, hauptsächlich aufgrund der Tatsache, dass wir doch auch das Velo besteigen wollten und der Lago di Como uns wie schon gesagt einfach zu verkehrsreich war. 

Despite the large number of routes and the fact that we were nearly to ourselves we decided to leave the Lago di Como and continue toward Bergamo and the Lago d'Iseo, mainly because we also wanted to cycle and hoped there would be less traffic. Therefore, Wednesday morning, off to Predore, and trying more routes, with views to the lake of Iseo.

Dementsprechend tingelten wir also am Mttwoch morgen weiter und haben - nach einem ausgiebigen Besuch eines Sportoutlets das zufällig auf dem Weg lag - auch bald schon wieder die Hände an den Fels gelegt: im Gebiet bei Predore, direkt am See.

Felsfluchten Ausblick von oben Treppenstufen oder Reibungsklettern?
Lago d'Iseo Dominik happy

 

 

Parkbucht bei Predore  

Erfrischendes Bad im See direkt an der Parkbucht

Our campsite until Saturday was the Camping 30 passi in Riva del Solto: small, directly lakefront, and at least during the week pretty quiet and private. However, beware in the high season: it only has about 10 places that are free for non-residential campers, so reservation is highly recommended. With a bit of luck you get a lakefront spot... although we did not have one there wasn't too much between us and the lake either:

Unser Standplatz war bis zum Samstag der Camping 30 passi in Riva del Solto: klein, direkt am See und angenehm ruhig (zumindest während der Woche - laut unseren Nachbarn sind am Wochenende allerdings viele Motorradler unterwegs und der Platz liegt gleich unterhalb der Strasse --> es ist unüberhörbar). Achtung auch in der Hochsaison: der Campingplatz erscheint zwar gross, aber hat im Endeffekt nur ca. 10 freie Plätze, da alles andere fixe Standplätze sind. Am besten vorher reservieren, so bekommt man dann mit etwas Glück auch die erste Reihe direkt am See. Da waren wir zwar nicht gestanden, aber - siehe Bild - hat uns nicht allzuviel die Sicht versperrt.

Wohnwagen für verliebte Zwerge  
Bello lago   Bello lago II

Endlich! Hier hatten wir auch die Gelegenheit, den Velos etwas Bewegung zu verschaffen: Empfohlen wurde uns die Umrundung des Sees. Mit 65km Strecke geradezu ideal, und angeblich auch mit nur 2 kurzen Tunneln, da auf der Ostseite ein separater Veloweg existiert auf welchem die Tunnel am Seeufer umfahren werden können. Dachten wir. Wir hatten die Rechnung ohne die anscheinend in komplett Europa stattfindenen sommerlichen Bauarbeiten gemacht. Nachdem wir bereits einige Kilometer auf dem besagten Tunnelumfahrungsweg waren stand da auf einmal ein LKW und Kran, von dessen Ausleger aus ein Arbeiter Fangnetze an die Felsen montierte. Er winkte uns noch durch und palaverte etwas von stradita....und auch die nächsten Arbeiter ein paar Kurven weiter hielten uns nicht auf. Das geschlossene und mit Kette gesicherte massive Eisentor an einem kleinen Tunnel jedoch schon. Also, auf die Suche nach der stradita....und so stapften wir ein paar hundert Meter einen steinigen Weg hinauf um dann doch auf der Hauptstrasse mit den vielen langen Tunnels zu landen. Am anderen Ende haben wir dann doch tatsächlich auch bei sehr genauem Hinsehen und unter Zuhilfenahme aller unserer Italienischkenntnisse ein Schild entdeckt und verstanden, das auf die Sperrung des Velowegs hinweist. Naja, das schlimmste war überstanden, und ich drängte dann doch auf eine kurze Verschnaufpause und wir haben im Club Nautico bei Sulzano den günstigsten Espressostop aller Zeiten eingelegt: 90 Cent pro Espresso, mit zwei weiteren Getränken haben wir dann doch ganze 4,10 EUR bezahlt. Da stellt man sich ja schon die Frage, was den Espresso in der Schweiz so teuer macht.... 

And finally we had the chance to take out the bikes: we were recommended to do the loop around the lake. With 65km the ideal length, and apparently only two tunnels as the long ones could be detoured on the cycling path. Well, so we thought. We did not count on summer time being construction time and the cycling path being closed due to roadworks. As experienced construction-site-detouring-cyclists we ignored the workers and continued on...until there was a big iron gate with a lock.... which left us with the only option of pushing the bikes up a stony path to get on the main road again and risking the long tunnels. Anyway, through we went, and allowed our selves a pitstop at a small marina with the cheapest espresso we've had in ages: 90 Cents... which makes you wonder why in the world the espresso outside Italy is much more expensive while being worse!

Am Ostufer...kurz vor dem Eisentor   Belohnung nach der Tour

Und weil wir ja schon genug ausgeruht hatten zwischen der Velotour und dem Abendessen sind wir am nächsten Tag gleich nochmal klettern gegangen. Diesmal Richtung Clusone und Monte Pora, in die Berge hoch, ins Gebiet bei Dorga. Eigentlich nur eine knappe Stunde Fahrt, wenn man denn dann den beschriebenen Parkplatz und Zustieg gleich finden würde. So haben wir aber ausgiebig die Privatstrassen des Ortes erkundet und schliesslich Freundschaft geschlossen mit einer Barbesitzerin, die uns mit Händen und Füssen erklärt hat, wo wir hoch müssten. War ja klar, das in dem Kletterführer beschriebene Hinweisschild war wohl witterungsbedingt nicht mehr ganz an seinem Platz, was Dominik dann gleich behoben hat:

And as we had relaxed enough between the bike tour and dinner we went climbing again the next day. This time towards Clusone and Monte Pora, up in the mountains to the site by Dorga. Technically only one hour drive and 10 minutes walk, that is, if you would find the way right away. But due to a broken sign and us always being true to our excellent pathfinding skills we lost some time before we eventually enjoyed the routes there:

Seht Ihr das Schild? Ja, das da

So, jetzt.

Falls noch jemand sucht, es hängt jetzt wieder!

Endlich an der Wand angekommen!  

Nur, damit war es nicht getan! Laut Topo sollten wir einfach dem Weg folgen - aber dieser hatte Abzweigungen. Die wir nicht genommen haben.... was wir aber hätten tun sollen, dann hätten wir uns nochmal 30 Minuten gespart. Interessanterweise sind wir gleich auf den ersten 5 Minuten irgendwie falsch bzw. nicht abgebogen. Woher kommt's?

Endlich da, Brotzeit gemacht und ab in die Wand, die einiges geboten hat:

Schön!   Blick nach unten

Saturday was the day we had to leave and start the journey back home.... while stopping on the way in Albino for a walk up a wild valley.

Als wir am Samstag dann unsere etwas mehr als Sieben Sachen wieder im Alois verstaut hatten machten wir uns auf den Weg vom Iseosee nach Albino, wo unsere letzte Kletterpartie statt finden sollte. Ausnahmsweise haben wir den Parkplatz und auch den Weg auf Anhieb gefunden und wanderten das recht wilde Tal hoch. Schlussendlich blieb es aber bei der Wanderung, schliesslich wollten wir auch am gleichen Abend noch zurück ins Tessin und hatte ein paar Stunden Fahrt vor uns.

The last night we spent at the TCS camping in Gordevio, right at the Maggia river in the Valle Maggia. Refresing bath in the river! 

Dort am TCS Camping in Gordevio haben wir dann erst einmal das erfrischende Wasser der Maggia genossen....und den letzten Flitterabend genossen. Denn für den Sonntag war nochmals eine Trainingseinheit auf dem Velo geplant: das Maggiatal hinauf nach Fusio, 36km und etwas über 1000 Höhenmeter (Ja, Ihr lest immer noch unseren Flitterwochenbericht, keinen Sportblog...). 

 

Dominik's Sprung in die Maggia! 

Sunday morning the last activity...cycling up the Valle Maggia around 1000 height meters on 36km one way. Exhausted but happy! 

Auf dem Velo habe ich ehrlich gesagt einige Male still und heimlich vor mich hin geflucht, denn die Spitzkehren auf den letzten 6km wollten kein Ende nehmen.....aber die Apfelschorle oben im Gasthof hat entsprechend gut geschmeckt. Dominik hat noch eine Ehrenrunde zum Staudamm hinauf gedreht, schliesslich ist sein Wettkampf auch schon in 5 Wochen und vor allem sehr viel anspruchsvoller als meiner. Dafür hat er sich die letzten 10km auf dem Rückweg in meinem Windschatten ausruhen dürfen :-)

Velo im Maggiatal Velo im Maggiatal II Happy Honeymoon

Our honeymoon might not have been the typical one, but those of you who know us will not be surprised. We had a wonderful week with lots of memories of our wedding celebration and beautiful moments in nature. 

And the real honeymoon, the big one, will follow next year in April: Bhutan!!

Vielleicht waren unsere Flitterwochen nicht die typischen, aber wer uns kennt, den wundert's nicht wirklich. Wir hatten eine wundervolle Woche, mit vielen Erinnerungen an unsere schöne Feier und schönen Momenten in der Natur.

Und die “richtige” Flitterwochen kommen ja noch: Trekking in Bhutan im Frühjahr 2014!

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