Tour de Suisse - 6. - 9. Etappe

Im Mai hatten wir die erste lange Strecke hinter uns gebracht, nun hatten wir endlich mal wieder 4 Tage frei und konnten die nächste Distanz in Angriff nehmen: Basel - Genf durch den französischen Jura. 

Strecke, rein ausserhalb der Schweiz: ca. 335 km plus die km von und zur Grenze, und das ganze bei geplanten 4690 Höhenmetern auf der Strecke.

In May we had done the first long stage of our tour around Switzerland and finally we had another 4 days in a row free that we wanted to take on the next one: Basle - Geneva through the French Jura. Distance from boarder to boarder: 335km with 4690 meters of altitude on the way.

Beim letzten mal sind wir mit Rucksack gefahren, was nicht unbedingt eine angenehme Erfahrung war. Daher hat Dominik uns für dieses mal (und die noch folgenden Etappen) eine geniale Erfindung einer Firma aus Alaska besorgt: Seatbags von Revelate Designs, die von dem kleinen Veloladen Veloista im schweizerischen Koblenz vertrieben werden. Die genialen Taschen haben immerhin Platz für je 6-12 bzw. 14l - was braucht man auch schon grossartig bei vorhergesagten idealen sonnigen und trockenen Tagen! 

Last time we carried backpacks which is not ideal when roadcycling. Therefore this time Dominik had organized marvelous little toys for us: the ingenious invention of a small company from Alaska: Seatbags from Revelate Designs. The bags are mounted at the saddle therefore suitable for carbon seat posts and have a volume between 6 and 14 liters. What does one need anyway when the weather forecasts predicts nothing but sun!

 

1. Tag: Aesch - Flüh - St. Hippolyte. 103km.

Um Punkt 12 am Nationalfeiertag gings los von Aesch über Ettingen zur französischen Grenze in Flüh:

12 o'clock on the spot on the Swiss National Holiday we started at our house via Ettingen to the French boarder in Flüh:

 

Nach der Hochtour vom Wochenende und dem Wakeboarding am Montag war ich nicht ganz so fit und vor allem die letzten zehn der insgesamt 103km bis nach St. Hippolyte waren auch wegen der hohen Temperaturen recht anstrengend für mich.

After the glacier tour of last weekend and the wakeboarding session on Monday though I was not the fittest and the 103km to St. Hippolyte were quite demanding for me. 

At this point as well a note regarding the pictures as in most of them it's me pictured: Dominik was the dedicated photographer, as he is fitter and much more skilled to cycle and take pictures at the same time, and also, same as in climbing, he just likes to take pictures of my beautiful back side...and proof that I did not only have a relaxed time in his slipstream!

An dieser Stelle auch noch eine Bemerkung zu all den Fotos, auf denen meist nur ich zu sehen bin: Dominik war der offizielle Fotograf der Tour, weil er sich schlicht und einfach weniger anstrengen muss als ich und so eher Muse hat zum "fötelen", und ausserdem wie bei einigen anderen Sportarten auch, sich einen Spass draus macht, meinen entzückenden Rücken und Allerwertesten abzulichten. Gleichzeitig aber auch der Beweis, dass ich nicht immer nur im Windschatten gehangen bin! 

 

Bei Valentigney kreuzen wir das erste mal den Doubs, an dessen Quelle wir im Verlauf der Tour noch vorbei kommen. Ergo: es wird bergauf gehen!

In Valentigney we crossed the first of many times the river Doubs, whose source we would pass continuing on the tour. Ergo: we go up!

 

Endlich! St. Hippolyte! Man sieht uns dann doch die Erleichterung an, endlich angekommen zu sein. Und bei so einem leckeren Dessert im Hotel Bellevue geht's mir dann auch gleich schon wieder viiiieeeel besser!

Finally! St. Hippolyte! You can see the relief in my face as we finally arrived and after an excellent dinner and sumptous dessert at the Hotel Bellevue I was feeling instantly better!

 

2. Tag: St. Hippolyte - Portalier - Chaux-Neuve. 109 km.

Morgenstund hat was im Mund? Höhenmeter, jawohl! Zum Aufwärmen gleich mal 400 davon bis Les Bréseux, und wer dachte, danacht kommt eine Abfahrt, der hat vergessen dass wir dem Doubs *aufwärts* folgen. Dementsprechend eine "Gegensteigung" nach der anderen, was mittlerweile als Unwort dem Ausdruck "Altiplano" Konkurrenz macht. 

The early bird catches the worm? Well, height meters I'd say. As warm up 400 meters up to Les Bréseux, and who assumes there would be some downhill is wrong. Remember, we follow the Doubs *up* to its source. Therefore, one ascent after the other, but enjoying beautiful views of the French Jura.

Anstieg zum Frühstück, bei schönen Ausblicken über den Jura.

Die goldenen Höhenmeter!

Allerdings, landschaftlich wunderschön...vor allem der Teil von Morteau nach Maison-la-Bois. Ein idyllisches Tal, das auch verkehrstechnisch sehr ruhig war. Das hat eigentlich daran gelegen, dass bereits in Morteau die Sperrung der Strasse kurz vor Pontalier angekündigt war und dementsprechend die meisten PKWs der Umleitung gefolgt sind. Wir habens riskiert und einfach gehofft, dass wir im Zweifelsfalls halt die Velos an der entsprechenden Baustelle vorbei schieben, tragen oder sonst was (was schlussendlich aber gar nicht nötig war, da der Veloweg, auf der alten Bahnstrecke eingerichtet, von den Bauarbeiten nicht betroffen war). 

Beautiful scenery, especially between Morteau and Maison-la-Bois. An idyllic valley with furthermore very little traffic.

 

Kurz nach Portalier liegen zwei vom Doubs gespeiste Seen, der Lac Saint Point und der Lac de Remoray und endlich konnten wir mal ein erfrischendes Bad und etwas Ruhe im Schatten geniessen. 

Shortly after Portalier we stopped at one of the two lakes that the Doubs feeds, Lac Saint Point and Lac de Remoray, and enjoyed a refreshing plunge and some shade.

 

 

Eine erfrischende Limonade bei 33C, wenn ich nur nicht den Berg vom See wieder hoch müsste! Aber Chaux-Neuve war ja mehr oder weniger nach und nur noch ein paar "Gegensteigungen" zu überwinden ;-)

Hier waren wir untergebracht im kleinen Hotel Ty Nordic. Der Name erscheint spätestens nach einem Blick aus dem Fenster Richtung Skisprungschanze logisch. Der kleine verschlafene Ort war im Januar 2013 immerhin Austragungsort eines Worldcups der Nordischen Kombination. 

A cold lemonade at 33C helped me going up the hill at the lake again...true to the theme of the day, ascending. Chaux-Neuve, the final point for today, was not too far and soon we checked in at the Hotel Ty Nordic. The name astonishes only until you catch glimpse of the ski-jump behind the sleepy village that held a World Cup of Nordic Combined in January 2013.

 

Ein Tip für alle, die eventuell dort mal bleiben wollen: das Hotelrestaurant hat am Freitag abend geschlossen. Eigentlich gibt es eine andere Auberge mit Restaurant, der dortige Kellner erklärte uns geduldig mit einem sehr freundlichen Lächeln im Gesicht mehrmals "nous sommes complet" ... erst nach dem dritten Mal glaubten wir nicht mehr an einen schlechten Scherz, auch weil unsere Aussage, nach über 100km auf dem Rad nicht noch zum nächsten Ort radeln zu wollen, noch dazu ohne Licht, und dementsprechend heute abend hungern zu müssen, keinen Funken Mitleid erregt hat. 

Hunger leiden mussten wir dank der netten Dame im Tankstellen-Shop zwar nicht, sie hat uns Baguette, Käse und Wurst nicht nur verkauft sondern auch noch in essbare Stücke geschnitten. Als Sackmesserbeauftragte habe ich allerdings kläglich versagt. 

A tip for all who might stay there though: the hotel's restaurant is closed on Fridays. We knew about this and went for dinner to the only other option in the village...which turned us down as they were too busy. No begging or explaining that we were really in need of food after more than 100km on the saddle.... Thanks to the nice lady at the gas station though we didn't starve.

3. Tag: Chaux-Neuve - Gex. 71km

Nach einem ausgiebigen Frühstück - man weiss ja nie, wann man wieder was kriegt - geht es weiter, und nach der ersten Gegensteigung dann endlich auch mal ein Stück bergab Richtung Morez. 

As you never know when you will get the next decent meal we enjoyed an extensive breakfast before continuing to Morez....and actually continuing *down* to Morez!

Das eindrucksvolle Eisenbahnviadukt von Morez der "Ligne des Hirondelles" 

 

After Morez (700m) we climbed the pass height of Col de la Faucille (1323m), the quality of the road being very questionable though. But cycling on nice roads would be too easy anyway!

Nach Morez kam dann auch der ernsthaftere Pass, Col de la Faucille, mit 1323m, wobei Morez auf ca. 700 liegt. Zur Qualität der Strasse in Bezug auf Rennvelos würde der Franzose wohl nur ein "Oh la la" bemerken, und auch die Notrufpunkte sind wohl eher spärlich:

 

 Skischneisen und Winterhotelbunker. - Ski slopes and large winter season hotels

Baustellenampel: ready - steady - go. Eine Studie meiner "aus-dem-Sattel-geh-Technik". Endlich oben!

 

Der Rest des Tages war dann wirklich ein gemütliches Ausrollen nach Gex (532m) hinunter, gespickt mit schönen Blicken auf Genf. Dominik hat allerdings noch die Kür oben drauf gesetzt und ist den Pass gleich nochmal von Gex hinauf gefahren, als letzte ganz harte Einheit vor dem Wettkampf in zwei Wochen. You rock baby!

The rest of the day was relaxing rolling to Gex (532m), with excellent views down to Geneva. Dominik added an extra climb up again as last hard training before his competition mid August: you rock baby!

 

 4. Tag: Gex - Bellegard-sur-Valserine - St. Julien-en-Genevois. 60km.

Für heute war der Wetterbericht eher durchwachsen und wir wollten dem angekündigten Regen und Gewitter entgehen, so waren wir ohne nennenswertes Frühstück bereits um kurz vor acht wieder im Sattel, Richtung Rhone-Abfluss, dem sehr markanten Einschnitt im Höhenzug bei Bellegard-sur-Valserine. 

For today the weather forecast predicted some rain so we started off early to make it to Geneva somehow dry. Via the point where the river Rhone leaves Switzerland, at Bellegard-sur-Valserine, we crossed the boarder and finished the stage at the train station of Geneva. 

Wolkenspiele - Clouds

 

Die letzten Kilometer in Frankreich und der Rhone-Abfluss - The last kilometers in France and the bridge over the Rhone:

Ja, da hab ich glatt den Fototermin verpasst! Also: korrektes Posing auf der Brücke. - yep, I forgot to stop for the picture! So some posing in the middle of the bridge.

Und nach 335km durch Frankreich sind wir wieder auf Schweizer Boden..... After 335km through France we are back in Switzerland:

Heimreise per ÖV im Radabteil....brav waren sie, der Karbonhengst und das Alustütlein!

 

Somit haben wir die komplette Strecke von Höchst - Basel - Genf bereits abgedeckt. Diese 4 Tage waren um einiges anstrengender als die letzte Etappe am Bodensee: aufgrund der Höhenmeter und auch der Hitze. 

Für die fehlenden Etappen Genf - Chiasso - Como - Höchst muss ich noch einiges weiterhin trainieren, und vor allem im Winter versuchen fit zu bleiben, da wir für die weiteren Strecken jeweils mindestens 1 Woche Zeit planen und das in 2013 nicht mehr drin ist. Also, ab in die Vorbereitung für die Königsetappe mit Arlberg und Stilfser Joch in 2014! 

With this we covered the parts Basel - Höchst and Basel - Geneva. The past 4 days were not only because of the high temperatures more demanding than the stage along Lake Constance and I will have to train quite a bit to improve my fitness for the long stages which will follow: Geneva - Chiasso  and Höchst - Arlberg - Stelvio - Chiasso. We are planning those for next year as they will take up more time than the warm ups this year, so stay tuned for more in 2014!

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