Einsichten & Ansichten eines blutigen Rennvelo-Anfängers

Seit drei Wochen gehöre ich nun zu dem Kreis der Rennvelofahrer. Ich habe meinen ersten Platten gehabt, und bin auch schon Mitglied eines Forums (auf dem im Ladies only Bereich sogar diskutiert wird, wie lange Haare am besten zusammen gebunden werden....Mann lacht).

In den drei Wochen bin ich denke ich mit über 530km gesamt überdurchschnittlich viel gefahren - für einen Anfänger. Wo ich die meisten Kilometer gesammelt habe, kann man ja hier im Blog gut nachvollziehen, dazu kommen dann noch diverse Ausfahrten wie die heutige in unserer Region. Dabei hab ich auch alle erdenklichen Wetterkonditionen schon durchgemacht, von Dauerregen bis extremem Gegen- und Seitenwind (nur 30° und Hitze fehlen noch :-/).

Meine Reflektionen: Was habe ich auf diesen ersten paar hundert Kilometern gelernt?

1. Velowege sind unbedingt zu vermeiden, besonders in Deutschland! Grund: Unnötige Hindernisse wie Hunde an langen Leinen, E-Biker welche mit unerhörten 18km/h unterwegs sind, Kinderwägen, Babyanhänger an Trekkingrädern, mangelhafte Ausschilderung und nicht zuletzt UNGETEERTE Radwege machen das Leben eines Renndradfahrers unerträglich. Daher haben wir gelernt, hupende und Vogel-zeigende Autofahrer zu ignorieren und einfach soweit möglich und einigermassen sicher auf Hauptstrassen zu fahren.

2. Gefährliche Gullideckel. Grund: In der Schweiz sind Gullideckel am Strassenrand mit den Schlitzen parallel zur Fahrbahn. D.h. auch wenn die Schlitze teils leicht angewinkelt sind, sind sie doch definitiv ein heimtückischer Hinterhalt für Rennvelos. Interessant, dass sowohl die Deutschen als auch die Franzosen Velofahrer-freundlicher sind und die Dinger richtig rum, also quer zur Fahrbahn, einsetzen.

3. Training mit dem Mann ist empfehlenswert. Grund: Das Training ist für beide effizient, auch wenn wir unterschiedliche Leistungsniveaus haben. Oben am Berg wartet Dominik, in der Ebene darf ich mich in seinen Windschatten hängen und wir sind beide schnell. Und wenn ihm das dann immer noch nicht genug ist, dann hängt er eben noch ein Koppeltraining an und rennt seine 15km auf den Berg. Womit wir auch das entsprechende Thema im Forum abgehandelt hätten. 

4. Sportartengerechte Ernährung ist nicht einfach. Dominik bleut mir immer wieder ein, wie wichtig es für mich ist, dass ich regelmässig Kalorien in Form von Riegelchen nachführe, damit ich nicht vom Rad kippe und das Training auch was bringt. Leichter gesagt als getan: man muss das Ding aufmachen, kauen, runterwürgen, dabei nicht den ganzen Lenker klebrig machen und am Besten noch ohne gross Geschwindigkeit rauszunehmen oder gar anzuhalten. Für mich hab ich bisher Balisto als essbar eingestuft, Snickers ist auch noch ok (das hätte auch noch mehr Brennwert), ausserdem gibts ein paar Sorten Riegel vom Aldi, die zwar weniger nahrhaft sind aber günstig und gut zu essen. Muss ja nicht gleich immer der top vermarktete und teure Iso-Riegel aus dem Sportfachgeschäft sein. Und das mit den Gels hab ich auf die lange Bank geschoben, momentan krieg ich mich nicht dazu, das zu verzehren.

5. Schmerzen müssen ignoriert werden. Sicherlich keine neue Einsicht für Ausdauersportler, aber ich bin nunmal ein Schmerzenschisser, jammer schnell und beschwer mich über meine Zipperleins. Das stösst allerdings bei Dominik auf taube Ohren, solange ich nicht vom Rad falle und noch etwas Vorwärtsbewegung da ist. Zu ignorierende Schmerzen inkludieren die naturlich eingeschlafenen Finger (schütteln), einen stechenden Schmerz im linken Schulterblatt (Tigerbalm), undefinierte Schmerzen in den Ellenbogen (Voltaren) und den Klassiker Schmerzen im Schritt (Fettcreme und Sitzposition). Also, trainieren wir das ignorieren. Wobei ich ja immer noch hoffe, dass mit steigender Kilometerzahl die Schmerzen weniger werden. 

6. Frankreich ist in der Krise. Und die Radfahrer leiden darunter besonders. Grund: Haupt- und Nebenstrassen gleichen einer Patchworkdecke. Kaputte Strassenbeläge werden nicht einmal richtig neu gemacht sondern man flickt lieber hier und da ein Stückchen Teer drüber, was den Velofahrer zum Slalompiloten macht, damit er den Querfugen die tödlich für die Reifen sein können, ausweichen kann. Auch lieben die Franzosen grob-steinige Strassenbeläge die dem Reifen viel Widerstand bieten. Vor allem an Steigungen definitiv zu vermeiden!

7. Hügel mit mehr als 15% Steigung sind dumm. Ich brauch das "Warum" hierfür nicht wirklich erklären. Ich war eben die letzten Jahre mehr auf Alltagstauglichen Fahrrädern und Mountainbikes, mit welchen man Steigungen ziemlich problemlos überwinden kann. Die Übersetzung vom Rennrad ist daher am Berg unangenehmes Neuland für mich. Der Gedanke, der mir hilft mich da raufzuprügeln ist schlicht dass Dominik das ganze mit der noch ungeeigenteren Übersetzung seines Triathlonrads fahren würde, und zudem dass ich wie wir in Bayern so schön sagen, schon so "zwider" bin auf den Hügel, dass ich irgendwie raufkomm. Aber, wir lernen gpsies.com richtig zu nutzen und steile Berge bei der Tourenplanung zumindest momentan aussen vor zu lassen. 

8. Rennradfahren ist geil! 

Ach ja, und 9. (für die, die den o.g. Forumbeitrag gelesen haben): Gummi rein und los gehts!

 Trek Madone 2.1

Trek Madone 2.1

 

 Man sieht: Gummi rein und gut isses!

Feindbild I

Feindbild II

Wer viel strampelt, darf auch Dessert essen :-)

PS: Fortsetzung folgt spätestens am 9. Juni wenn wir zur Vorbereitung auf mein Team-Challenge am Walchsee am 1. September 2013 schon mal einen kleinen OD hier in Rheinfelden als Mixed Team machen.

 

Insights of a roadbike-rookie

Since three weeks I am now an "insider", a girl with a roadbike. I had my first flat tire and already signed up for a forum, and cycled in those three weeks already more than 530km, which is probably above average for a rookie. Where I actually cycled all those km's you can see here, and in addition to that tour we did the one or other tour in our region. I also already tested the bike and myself in most of the common weather conditions.... rain, wind, cold.... just the real sun and 30° I am still missing!

So therefore my reflections: What have I learned on those first kilometers?

1. Cycling tracks are to be avoided. Reason being: unnecessary obstacles like dogs on long leashes, E-Bikers who go with an unseen velocity of 18km/h, strollers, chariots on trekkingbikes, poor signange and not to forget UNPAVED tracks make the life of a road-cyclist unbearable. Learning: ignore honking cars and just keep going on the main road whereever possible.

2. Dangerous drainages. The Swiss put the drains parallel to the raod, which can get pretty dangerous if the tire hits it. No idea why they don't follow the good example of the French and German who apparently are smarter in that sense. 

3. Training with your man highly recommended.  The training is efficient for both even if they have very different levels of fitness. Reason being: he waits atop the hill, and she uses his slipstream in plain terrain, which is harder on him and they can keep an even velocity. And if that's not enough for him, in my case he just adds another unit of running. 

4. Food is tricky. Dominik keeps lecturing me on how important it is for my performance to eat during the training. In practice not that easy to snack a cereal bar: you have to open it, chew it, swallow it somehow, ideally without getting all over sticky fingers and without losing velocity or even stopping. In my case so far good experiences with Balisto, also Snickers works quite well. 

5. Ignore pains. Schmerzen müssen ignoriert werden. While this is nothing new for you pro's out there, I am a pain-coward and complain easily. Just that this doesn't help me a lot as Dominik apparently doesn't have the word pain in his vocabulary while on the bike, as long as I don't fall off it and still move somehow. This includes tickleish fingers (shake them), a piercing pain at the shoulder (Tigerbalm), some undefined aches in the ellbows (Voltaren) and the all-so-well-known pubis and butt pains (cream). Still trying to believe that the more I train the less apparent the pain will become. 

6. France is in crisis. And the cyclists suffer. Reason being: streets resemble a patchwork plaid. Instead of repairing a street once and for all and just paving it completely new they just pitch and patch here and there, with the consequence that the cyclist is going slalom and trying to avoid all those seams that are the tires enemies. Also, they really like to pave with big kiesels... no good surface to race! 

7. Hills with more than 15% slope are simply stupid. I guess I don't have to explain the reason. I was rather on mountainbikes and normal bikes that simply had a different gear translation, making it easy to go uphill. The only thought that keeps me going is that Dominik would even go up on his triathlon bike with a worse translation, and that I am getting angry at the hill anyway. 

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