Schwups, schon ist Miss D 5 Monate alt!

Was ist bei uns so passiert die letzten zwei Monaten…. kurz und knapp:

  • Die zweite Impfung. Haben wir eigentlich abgesehen von ein bisschen Temperatur und quengelig sein ganz gut weg gesteckt. Sie hat mir auch verziehen, dass ich erlaubt hab, dass der Arzt wieder zwei Spritzen in sie rein steckt. 
  • Drehung auf den Bauch: Seit sie 4 Monate ist, dreht sie sich vom Rücken auf den Bauch. Das erste mal nach der langen Autofahrt von Peiting nach Muttenz, die sie wie ein Profi gemacht hat. Mit viel Bewegungsdrang raus aus dem Maxicosi und schwups, auf den Bauch :-) Anfangs war sie dann nach kurzer Zeit recht unzufrieden, und wir mussten sie relativ schnell wieder auf den Rücken drehen, nur damit das Spiel wieder von vorne los geht. Mittlerweile hält sie’s schon recht lang auf dem Bauch aus, lüpft auch den Popo schon hoch. Nur zurück auf den Rücken geht’s immer noch nicht wieder allein. Mal sehen, wie lang das noch dauert. 
  • Babyschwimmen: macht uns einen Riesenspass! Nach 8 Lektionen im bieselwarmen Physiobecken im Bruderholzspital plantscht Dorothea fröhlich rum, spielt mit den andren Babies und ist ganz fasziniert vom Bällchen hinterherschwimmen. Und: wir tauchen auch schon unter! Ohne Probleme, Wasser schlucken oder sonstigem!
  • Kita: Als Nesthäkchen ist sie der Star der andren Kinder. Der Sohn der Kitaleiterin wartet schon jeden Morgen auf sie, mit einem ihrer Spielzeuge in der Hand! Könnte echt nicht besser laufen dort. Sie trinkt genug, schläft gut, und ist ein fröhliches und an den andren interessiertes Kind. Was wir daheim merken: sie ist extrem aufmerksam, was um sie rum passiert. Ich denke wirklich, dass das auch mit der Kita zu tun hat…
  • Baby-Led-Weaning: ja, wir versuchen das. Auch wenn manche es als neumodische Welle betiteln. Aber eigentlich ist es recht altmodisch. Bevor irgendjemand auf die Idee kam, Lebensmittel zu vermanschen und solang zu vermischen, bis man nicht mehr wirklich weiss, was eigentlich drin ist im Brei, war Baby-Fingerfood wohl an der Tagesordnung. Wen’s ernsthaft interessiert, mehr dazu gibt’s hier. Nachdem sie schon die sogenannten “Reifezeichen” erfüllt gab’s heut zur Feier des Tages ihres 5-monatigen Geburtstags den ersten Versuch: Maispop stösst auf Zustimmung, Gurke wurde abgelutscht und auf den Boden geworfen, von der gekochten Pastinake hat sie ein bisschen was abgelutscht, das Gesicht verzogen und dann aber trotzdem runter geschluckt. Mann, sind wir stolz auf sie!!
  • Stoffwindeln: wenn man merkt, wieviel Müll man produziert, setzt man sich mit dem Thema ernsthaft auseinander. Den Ausschlag gegeben bei mir hat eine Unterhaltung mit einer Freundin. Ich hab einiges auf verschiedensten Webseiten recherchiert, und bin dann aber wirklich ihrer Empfehlung gefolgt, was System und Marke angeht. Noch sind wir blutige Anfänger, wickeln so halb halb gerade mal den dritten Tag. Ausgelaufen ist noch keine, und die Routine und das Vertrauen werden schon noch kommen. Haben ja noch so 2 Jahre wickeln vor uns, das sind grob geschätzt noch 4500 Windeln (die wenn weg geworfen fast eine halbe Tonne wiegen!!). Und nur so ein Vorteil am Rande: Wir lieben’s bunt, und Stoffwindeln sind in der Hinsicht richtig cool!
  • Tragen: Für alle, die mitgezählt haben: nein, es kam keine 6. Tragehilfe dazu. Aber wir nutzen wirklich alle, die wir haben regelmässig. Und tragen seit Neustem auch ab und an mal auf dem Rücken!
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Schon lange nerven mich die Leute, die zu Stosszeiten zum Beispiel am Christikindlmarkt und anderen Events mit vielen Menschen mit dem Kinderwagen unterwegs sind. Ständig wird mir hinten drauf gefahren. Auch für den Schiebenden muss es frustrierend sein, weil man nicht durchkommt und nur schräge Blicke erntet.

Ein weiterer Vorteil, und der war mir am Anfang gar nicht so klar: Mit Kinderwagen im ÖV ist echt beschwerlich. Fängt damit an, dass man spurten muss zur Kinderwagentür vom Tram (nein, sie sind nicht alle an der gleichen Stelle), nur um dann doch keinen Platz zu haben, weil das auch der einzige Platz für Rollstuhlfahrer ist, und auch der Tummelplatz von rollenden Einkaufstaschen und Hunden ist. Beim Aussteigen ist Vorsicht geboten, weil das Kinderwagenabteil manches mal direkt beim Wartebänkchen an der Station ist und man schon schnell und gut rangieren muss, damit man nicht ungewollt absitzt. Ganz zu schweigen von schmalen Ausstiegen mit der Strasse hintendran (Bankverein Basel!).

Von demher war für uns klar, dass unser Kind ein Tragling sein darf. Und Tragling ist sie!

Ab der zweiten Lebenswoche haben wir sie täglich im Tragtuch (Tragehilfe #1) gehabt (Wickelkreuztrage). Nach den ersten zwei, drei malen hat auch sie das genossen, und teils bis zu 3-4 Stunden drin geschlafen.

Während der schlimmsten Blähungszeiten hat es auch geholfen: einerseits Wärme von Mama's Bauch, andererseits permanente Bauchmassage durch mein Bewegen. Und als sie mal eine Zeitlang im Kinderwagen nicht so glücklich war, war das wenigstens die Möglichkeit, draussen unterwegs zu sein.

Nur Mama's Rücken hat das zunehmende Gewicht dann doch irgendwann zu schaffen gemacht. Also musste eine rückenschonendere Trage her.

Von Freunden bekamen wir zwar ein gebrauchtes Ergobaby mit Neugeboreneneinsatz (Tragehilfe #2), aber wir haben uns entschieden, noch in zwei andre Tragen zu investieren, die den kleineren Babies besser behagen und vor allem eine bessere Haltung bzw. Stellung von Rücken und Hüfte haben:

Ich hab mich ausgiebig in Foren und Blogs informiert und recherchiert, und wir haben uns schliesslich folgende besorgt:
Fräulein Hübsch, mit 220g/m2 Flächengewicht (Tragehilfe #3)
Kokadi Tai Tai, mit 170g/m2 Flächengewicht (Tragehilfe #4)

Beide sind blau, und haben Schildkrötenprint. Absolut keine Absicht, eigentlich wären mir unterschiedliche Farben lieber gewesen, aber bei Frl. Hübsch haben wir uns für das Muster entschieden, und als wir dann ein paar Wochen später eben noch eine leichtere wollten für den Sommer ging es wirklich nur ums Gewicht, und die leichteste Halfbuckle (d.h. Hüftgurt mit Klickverschluss, Schulterriemen gebunden), war die Kokadi in eben auch dem blau mit Schildkröten.

Ringsling (Tragehilfe #4) sind wir eher noch die Anfänger. Tuch haben wir quasi vererbt bekommen, und ich hab nur die Ringe dazu gekauft (bei Fidella bestellt, nach D geschickt). Man kann zwar ab Geburt auch im Ringsling tragen, aber da finde ich persönlich die Halfbuckle angenehmer. Ringsling werd ich dann eher nutzen, wenn sie wach ist, sie soll dadrin ja nicht unbedingt schlafen, das geht in den andren besser.

Fürs Badi/See/Meer dann noch einen Aquasling (Tragehilfe #5), den man auch nutzen kann, wenn sie schon 1-2 Jahre alt sind.

Auf dem Rücken tragen wir noch nicht, ist mir persönlich zu früh. Wenn's dann soweit ist, wird eventuell auch mal der Ergobaby zum Einsatz kommen. Aber auch die beiden Halfbuckle können wir auf dem Rücken tragen, da braucht es nur Übung und die richtige Technik.

Was braucht man bzw. Mama noch zum tragen?
Ich bin sehr happy mit meiner Mamalila Softshelljacke 3 in 1: hochschwanger hab ich sie mit dem Schwangereneinsatz benutzt, jetzt mit dem Einsatz zum tragen, den man sowohl vorn als auch hinten reinzippen kann.
Ebenso happy mit dem Angelwings Hoodie, gleiches Prinzip.

Acessoires für unseren kleinen Tragling:

  • Beinlinge, gegen die Sonne oder die Kälte, je nachdem
  • Manymonths Füsslinge, die auch einfach drüber gezogen werden, wenn's mal kühler ist.
  • Pickapooh Sonnenhut, UV Schutz 80

Generell ziehe ich Dorothea nicht zu dick an, normalerweise nur Body und Leggings, das Tragtuch ist wie eine Schicht Kleidung und verschwitzen sollte sie da drin ja nicht. An den heissen Tagen jetzt hab ich ihr trotz Hitze eher lange Hosen angelegt, statt sie mit der klebrigen Sonnencreme einzuschmieren.

Auch wenn mein Rücken sich manchmal meldet, ich trage gern! Und wenn ich sie mal einen ganzen Tag lang gar nicht getragen hab, dann fehlt mir was... ich denke, auch ich brauch die Nähe.

Hier noch ein paar weitere Links:
Auf Facebook und der Swissmom App gibt's jeweils Tragemami-Gruppen. Man kann sich Rat holen und findet gute Occasion Tragen.
Mir haben ausserdem diese beiden youtube-Channels geholfen bei den Bindeanleitungen für den Ringsling: luema1, E_mazingWorld
Zusätzlich zu Recherche und den Youtube Videos hilft sicher auch eine Trageberatung, vor allem wenn man unsicher ist und sich nicht ganz so gut informiert hat.
Im Rahmen vom Kangatraining hatte ich auch eine Trageberatung und die Trainerin steht zur Verfügung wenn's um Beratung zu Modellen und Trageweisen geht.
Meine Hebamme hat mir ganz am Anfang geholfen mit der Wickelkreuztrage, und wenn's dann um's auf-dem-Rücken-tragen geht, werd ich mir sicher nochmal Rat holen.
 
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Aktuell schreibe ich diesen Artikel mit Dorothea im Kokadi. Sie wurde gestern geimpft (U5) und kann nur nah bei mir gut schlafen. Egoistisch wie ich bin mach ich das gern, denn dann kann ich auch ein paar Sachen nebenbei machen, ohne dass ich permanent in ihr Zimmer ans Bettchen springe, weil sie so unruhig schläft. 

 

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Es ist ja bekannt, dass ich nicht unbedingt auf den Mund gefallen bin. Meistens ist das kein Problem. Seit ich aber Mami bin, und mich manchmal mit anderen Mamis unterhalte, die jünger/älter oder einfach ganz anders eingestellt sind wie ich, hab ich ein paarmal doch gemerkt, dass man bzw frau mit meinen Bemerkungen nichts anfangen kann. 

Ich würde mal sagen, auch wenn ich mich gründlich on- und offline informiere, treffe ich doch viele Entscheidungen was Dorothea anbelangt, aus dem Bauch raus. Schliesslich ist es ja der besagte Mutterinstinkt, auf den man sich verlassen soll.

Gerade bei der Recherche stösst man aber auf viel zu viele Informationen, die man vielleicht auch gar nicht haben will, oder die einen extrem verunsichern. Schlauer ist frau oft nicht.

Wie, Du gibts Deinem Kind keinen Tee? Wie, Du gibst Deinem Kind trotz Stillen Tee? Was, Du hast noch keinen Brei gegeben? Was, Du gibst schon Brei? Oh Gott, Dein Kind wird soviel getragen? Oh Gott, Dein Kind wird nicht getragen? Diese Liste lässt sich noch um einiges fort führen, und findet sich auf die ein oder andre Art auch schon in diversen Internetforen.

Ich mache es, wie ich es für richtig halte. Dominik ist da zu 100% auf meiner Seite.

Und obwohl ja jede Mama über diesen Instinkt verfügt, zumindest theoretisch, merke ich doch, dass bei uns auch eine gewisse Lebenserfahrung und Gelassenheit sehr hilfreich ist. Wir lassen uns nicht so schnell aus dem Konzept bringen. Auch wenn der Kinderarzt und die Mütterberatung zum Beispiel beim Erwähnen von BLW die Augenbrauen hochziehen, lassen wir uns nicht aus dem Konzept bringen.

Ein Beispiel aus der Trageberatung: Kangatrainerin erklärt die motorische Entwicklung und bemerkt, dass Kinder nicht hingesetzt werden sollten, wenn sie das noch nicht selbst können. Also, nicht hingesetzt im Sinn von auch nicht auf den Schoss setzen, nicht zwischen Kissen aufs Sofa, also wirklich nicht. Ist ja eigentlich logisch, der Rücken hat noch nicht genügend Muskelkraft und es könnte langfristig gesehen zu Rückenproblemen führen. Nur, unsere Mütter wussten das noch nicht. Hab ich deswegen Rückenschmerzen? Genau. Und wenn jetzt jemand aus unserem Familienkreis Dorothea mal sitzend auf dem Schoss hat, dann werde ich sicher nicht gleich aufspringen und die Helikoptermama raushängen lassen. Ist ja nicht jeden Tag und nicht stundenlang der Fall. Naja, auf jeden Fall hab ich gemeint, dass man ja mal nicht übertreiben muss und die besagte Kirche im Dorf lassen sollte. Schliesslich wurden wir auch alle mal hingesetzt und sind trotzdem ganz gut gelungen. Reaktion: 100% entsetzte Blicke von erstmaligen Mamas, die im Schnitt 10 Jahre jünger sind als ich. Und: man wüsste ja nicht, ob man nicht noch Rückenprobleme bekäme. 

Ja klar.... und die hab ich dann sicher, weil ich mal hingesetzt worden bin, bevor ich das alleine konnte. Und nicht, weil ich zuviel am Schreibtisch sitze, falsch hebe, geschminkt und mit gemachten Haaren Brust schwimme oder mein Kind ein paar Stunden am Tag trage...

Situationen dieser Art gibt's immer wieder, und es zeigt mir immer wieder, dass ich manchmal mit meiner Offenheit und meinem Pragmatismus nicht verstanden werde, obwohl mir ja wirklich egal ist, wie entsetzt die Blicke sind.

Ich bin froh, dass es bei uns im Dorf Kirchen gibt, Dorothea trotzdem selten sitzen muss, ich eben keine 30 mehr bin und mir meine Gelassenheit bewahren kann.

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